27.09.20

Waldpflegeaktion mit der Bürgerinitiative Pro Stadtwald C4 Hockenheim

Die Bürgerinitiative Pro Stadtwald C4 kämpft nicht nur gegen den geplanten Ausbau der Autobahnraststätte in Hockenheim und die Rodung des Stadtwaldes, sondern auch für eine qualitative Verbesserung des Waldes. Heute erfolgte eine Pflegeaktion, bei der die im Frühjahr gepflanzten Bäume von der Wurzelkonkurrenz durch Grassoden befreit wurden.

Dabei wurde deutlich, dass trotz der Niederschläge der vergangenen Tage nur wenige Zentimeter des Bodens durchfeuchtet sind. Der Graswurzelfilz war aber staubtrocken. Umso wichtiger ist es im Kampf um das knapper werdende Bodenwasser den jungen Bäumen (Eiche, Hainbuche, Spitzahorn, Eibe) einen Vorteil zu verschaffen. Ziel ist die Entwicklung des Waldes in Richtung einer potenziell natürlichen Waldgesellschaft, welche die Funktionen bezüglich Biodiversität und Immissionsschutz am besten erfüllen kann.  Daher wurden in den Pflanzflächen und den Zwischenfeldern invasive Neophyten mit Hilfe von Spaten beseitigt. Dabei wurden die spätblühende Traubenkirsche, Götterbaum, Kermesbeere und Goldrute seitlich angestochen und mit Wurzel herausgezogen. In den so verwundeten Oberboden erfolgte eine Saat mit Eicheln, die vorher gesammelt wurden. An der Pflegeaktion waren neben der „BI Pro Stadtwald C4“ auch die befreundete BI „Rettet den Entenpfuhl“ aus Ketsch und die BI „WALDWENDE JETZT!“ mit allen Altersgruppen beteiligt. Eine weitere Pflanzaktion voraussichtlich Anfang November wurde vereinbart.


07.09.20

Waldbegehung mit der Bürgerinitiative Pro Stadtwald C4 Hockenheim

Die Bürgerinitiative Pro Stadtwald C4 führt einen tapferen Kampf gegen den geplanten Ausbau der Autobahnraststätte in Hockenheim und die Rodung des Stadtwaldes. Dieser hat eine überaus wichtige Funktion als Klimaschutz-, Lärmschutz- und Immissionsschutzwald der anliegenden Wohnhäuser gegen die nahe Autobahn. Die BürgerInnen von Haßloch wollen diesen absterbenden Wald auch qualitativ wieder aufwerten. Unter den abgestorbenen Kiefern entsteht die nächste Waldgeneration. Dazu wurden im Rahmen einer Pflanzaktion im März 2020 durch die BürgerInnen der Stadt und der tätigen Mithilfe von Greenpeace Mannheim-Heidelberg und Waldwende Jetzt in Clustern Stieleichen, Hainbuchen, Spitzahorne und Eiben gepflanzt. Die Bäume sind, trotz Dürreperiode, überraschend gut angewachsen. Im Rahmen einer weiteren Pflanzaktion werden in diesem Herbst die gepflanzten Felder mit Eichen erweitert und gesammelte Eicheln in den vergrasten Waldboden eingehackt. Der so entstehende BürgerInnenwald soll mit aller Macht gegen die drohende Baumaßnahme verteidigt werden.


05.09.20

Treffen der Regionalgruppe Vorderpfalz in Speyer

 

Die Regionalgruppe Vorderpfalz traf sich mit 35 UnterstützerInnen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Speyer. Vorgestellt wurden die Organisation, Leitbild und Ziele der Bürgerinitiative und die weiteren Planungen. Neben den VertreterInnen aus der gesamten pfälzischen Rheinebene und dem Rheingau, konnten wir Freunde aus Ketsch, Stutensee von der badischen Rheinseite begrüßen und weitere Folgetermine vereinbaren. Neben der AG Wald und der AG Ernährung der Speyerer Grünen, waren VertreterInnen aus den Umweltverbänden und besorgte BürgerInnen zu unserem Treffen gekommen. Die weiteste Anreise mit dem Fahrrad hatten 5 Mitglieder der Bürgerinitiative „Lachwald erhalten“, die aus Stutensee bei Karlsruhe angereist sind.

Nach einer Einführung der Waldentwicklung seit der Eiszeit und der Entstehung der Dünenlandschaft bei Speyer wurde Leitbild und Ziele sehr konstruktiv diskutiert. Es bestand Einvernehmen, dass wir alle Kräfte bündeln müssen um die Ziele der WALDWENDE JETZT ! erreichen zu können. Gerade im Hinblick auf die anstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ist die Politikberatung ein entscheidender Erfolgsfaktor. Im Anschluss an die Besprechung in unserem Open Air Tagungsraum starteten wir zu einer Besichtigung des Ameisenberges, einer der größten Binnendünen Deutschlands, und einem Rundgang durch den Speyerer Stadtwald. Thematisiert wurde die sonderbare Rolle des Zertifizierungssystems FSC, das Abweichungen vom Waldstandard nicht gewürdigt hat. An einer Durchforstungsmaßnahme des Jahres 2019 konnte der negative Impakt forstlicher Maßnahmen im Hinblick auf die Folgen des Klimawandels nachvollzogen werden. Eine ehemals resiliente Bestandsstruktur wurde durch Befahrungen und intensive Auflichtung massiv gestört und gegenüber den Folgen des Klimawandels nun ausgeliefert. Ein weiteres Ziel der Bürgerinitiative ist die Identifizierung von Altlasten im Wald. Am Beispiel von Bauschuttablagerungen im Wegekörper wurde thematisiert, welche ökonomischen und ökologischen Gefahren sich aus dem leichtfertigen Einbau von Bauschutt für den Waldbesitzer ergeben. Am Ende der Waldspaziergangs  wurden Folgetermine für den Bienwald, Ketsch und Stutensee vereinbart.


28.08.20

Treffen der Regionalgruppe Südhessen in Seeheim-Jugenheim

Die Regionalgruppe Südhessen traf sich in Seeheim-Jugenheim auf der Terrasse von „Ecki“. Von hier aus überblickt man den geschundenen Wald um Pfungstadt. Die Kiefernwälder der Rheinebene weisen flächendeckend braune Nadeln auf. Volker stellte den TeilnehmerInnen das Leitbild vor. Vertreten waren der NABU, das Aktionsbündnis Langener Bannwald und die Bürgerinitiative „Rettet den Westwald“ aus Darmstadt. Besonderer Schwerpunkt war die Bildung von Regionen übergreifenden Fachgruppen, die für Spezialthemen Wissen und Lösungsansätze generieren werden. Als Beispiele wurden genannt: neue Wertschöpfungsmöglichkeiten im Wald, Neophytenmanagement in den Wäldern der Rheinebene oder Wald und Gesundheit.

 


28.08.20

Offener Brief an die Bundesministerin Julia Klöckner und die politischen Entscheidungsträger*innen der Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg

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25.07.20

Waldführung durch den Eichwald Müllheim gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Rettet den Eichwald

 

Der Eichwald ist ein Waldgebiet in der Vorbergzone des Schwarzwaldes mit wertvollen Buchen- und Eichenbeständen. Die befreundete Bürgerinitiative „Rettet den Eichwald“ kämpft verzweifelt gegen die Machenschaften des Forstamtes Staufen, das seine Rolle nicht als Dienstleister, vielmehr als Normengeber versteht und permanent gegen Bürger*innenwillen und Naturschutz verstößt. Eine Teilnahme an der Exkursion haben die Forstbeamten aufgrund dieses Selbstverständnisses abgelehnt. Erbarmungslos werden hier Waldböden flächenhaft zerfahren, Alteichen geschlachtet, Großkahlflächen erzeugt, Habitatbäume mit Spechtlöchern zum Zerhacken in Mobilhackern abgelegt.

Hier im Eichwald wird jedes forstliche Tabu missachtet. In großen „Informationstafeln“ wird forstliche Propaganda verbreitet und jeder noch so peinliche Rechtfertigungsversuch angebracht. Der Wald gehört den Bürger*innen von Müllheim, die haben zu entscheiden wohin der Wald entwickelt werden soll, nicht die Forstbeamten, die hier im Kommunalwald lediglich die Rolle eines Dienstleisters einnehmen. Wirtschaftswald? Nein, das Finanzergebnis ist hoch defizitär mit – 120.000 Euro im vergangenen Wirtschaftsjahr und auch die Planzahlen des kommenden Forstwirtschaftsjahres sind dunkelrot. Es wird angeregt, eine Zieldiskussion zu führen, welche Anforderungen die Bürger*innen von Müllheim an ihren Stadtwald haben und eine Entscheidungsmatrix für die Maßnahmen im Stadtwald daraus abzuleiten. Es bestand der feste Wille solange weiter zu kämpfen, bis dieser Waldfrevel im Eichwald eingestellt ist. Waldwende Jetzt! unterstützt die lokale Bürgerinitiative mit Fachexpertise.


22.07.20

Besuch des Arboretums Heidelberger Stadtwald mit der Regionalgruppe Mannheim-Heidelberg Greenpeace

 

Gemeinsam mit Greenpeace hat Waldwende Jetzt! das Arboretum am Königsstuhl in Heidelberg besucht. Durch Lösslehmüberlagerungen auf dem Sandsteingebirge entstanden hervorragende Waldstandorte auf denen sich natürlicherweise hochwertige Buchenwaldgesellschaften entwickelt haben. Vor etwa 150 Jahren wurde ein Arboretum und ein Rhododendrongarten angelegt, die beeindruckende Pflanzenformationen hinterlassen haben. Es wäre aber falsch, Rückschlüsse

 

auf aktuelle Baumartenentscheidungen abzuleiten, denn Standorte solcher Güte bedecken gerade einmal 0,2 % der Waldfläche von Baden-Württemberg. Außerhalb des Arboretums konnten wir im Stadtwald die üblichen Kollateralschäden forstlichen Handeln betrachten: sich auflösende Fichtenbestände, Rückeschneisen mit tiefen Fahrrinnen und lichtdurchlässige Jungwälder, die der Sonneneinstrahlung und den Folgen des Klimawandels schutzlos ausgeliefert sind. Eine Waldwende ist auch im Heidelberger Stadtwald dringend geboten. Den Abend ließen wir gemütlich und bei guten Gesprächen mit den Freund*innen von Greenpeace mit einem veganen Buffet im Wald ausklingen.


21.07.20

Vortrag beim Klimabündnis Karlsruhe (Videokonferenz)

 

Das Klimabündnis Karlsruhe ist eine Kooperation von 60 lokalen Gruppen in der Stadt Karlsruhe. Im Bereich Karlsruhe wird sich die Bürgerinitiative Waldwende Jetzt! ebenfalls etablieren und wirbt um lokale Mitstreiter*innen.  Die Hauptforderungen von Waldwende Jetzt! stießen bei den Teilnehmer*innen auf fruchtbaren Boden. Das Klimabündnis wird eine Zusammenarbeit noch intern diskutieren. Der Erstkontakt wurde geknüpft und es besteht Zuversicht auf eine künftige Zusammenarbeit.

 


19.07.20

 

Waldbegehung mit Ökostadt Rhein-Neckar e.V. im Käfertaler Wald, Mannheim

 

Kernthema bei der Begehung des Käfertaler Waldes war die Ausbreitung von Neophyten im Stadtwald Mannheim und die Holzproduktion in einem großstadtnahen Waldgebiet. Es bestand Einigkeit, dass in der Zielhierarchie des Stadtwaldes die Funktionen Klimaschutz, Biodiversität, Grundwasserschutz und Naherholung dominant sind und die Produktion von Rohholz keine Rolle mehr spielen kann. Die explosionsartige Ausbreitung von Spätblühender Traubenkirsche, Robinie, Roteiche, Kermesbeere, Mahonie oder Götterbaum unterwandert die Waldentwicklung. Unter den absterbenden Kiefern breitet sich bei erhöhtem Lichteinfall vor allem die Spätblühende Traubenkirsche aus. Diese wurde in den 70er Jahren intensiv auf Brandflächen und zur Verhinderung von „Maikäferplagen“ gepflanzt und hat sich seitdem verselbstständigt. Die örtlichen Förster haben aus dieser Katastrophe nicht die richtigen Schlüsse gezogen und pflanzen aktuell andere exotische Baumarten mit ungewissem Ausgang. Alternativ zu diesem Brachialrezept wurde ein anderes Modell diskutiert und den Teilnehmer*innen vorgeführt. Die Traubenkirsche lässt sich wegen ihrer kurzen Holzfasern bis zu einer Höhe von 4 Metern hervorragend knicken und so in ihrer Vitalität eindämmen. Darunter fanden sich eine ausreichende Naturverjüngung aus Eiche buche, Feldahorn, Spitzahorn und Winterlinde. Durch einen manuellen Eingriff kann diesen heimischen Baumarten geholfen werden, ohne dass dabei das Waldinnenklima leidet. Wir müssen aber schnell handeln, denn ab einer Höhe von etwa 6 Metern dichten die Traubenkirschen den Boden derart ab, dass unter diesem Schirm kein Kraut, Gras, Moos oder gar eine heimische Baumart mehr zu finden ist. Die Bürgerinitiative bietet Bürger*inneneinsätze an, diese Arbeiten im Zusammenspiel mit Greenpeace, dem Umweltforum Mannheim und interessierten Bürger*innen zu erledigen. Bislang haben die Forstbehörden eine solche Kooperation abgelehnt. Wir bleiben am Thema dran.

 


18.07.20

 

Waldbegehung Stutensee mit der BI „Lachwald erhalten“

 

Die örtliche Bürgerinitiative hat erfolgreich gegen die Erweiterung eines Baugebietes im Lachwald, einem Teil des Stadtwaldes gekämpft. Sie setzt sich jetzt schwerpunktmäßig für eine andere, sanftere Art der Waldbewirtschaftung ein und stößt dabei auf Widerstand des Stadtrates und der Forstbehörden.  Im Waldteil „Büchiger Hardt“, einem Stieleichen- Hainbuchenwald im Bereich der Hartholzaue wurden trotz hochsensibler Standorte Harvester eingesetzt. Sich einstellende Naturverjüngung aus Eiche, Esche, Bergahorn und Linde wurde mit Motorsensen weggeschnitten, um kaukasische Baumhasel in Plastikhüllen zu kultivieren. Ein unnützer und kontraproduktiver Kampf gegen die Natur wird aus dem Gemeindehaushalt, somit aus Steuermitteln finanziert. Ein Moratorium des Holzeinschlages aufgrund gesunkener Holzvorräte wird durch die Gemeinde abgelehnt. Als Gründe gegen einen vorübergehenden Einschlagsstopp wird die Jagd und die Brennholzversorgung genannt. Es sind überwiegend sektorale Interesse, die eine Wende zu einer zukunftsorientierten Waldbehandlung verhindern sollen. Waldwende Jetzt! hat der Bürgerinitiative eine Aufklärung der Öffentlichkeit und des Gemeinderates in Form eines Vortrages oder einer Waldbegehung angeboten.

 


16.07.20

Walddialog Mannheim

 

Das Umweltamt der Stadt hat einen Walddialog initiiert, bei dem Vertreter der Stadt, der Fraktionen, des Forstes und der Umweltverbände teilnahmen. Die bisherigen Maßnahmen des Forstes halten wir von Waldwende Jetzt! für kopflos, teuer und aktionistisch. Der neu vorgestellte Forstamtsleiter Dr. Wilhelm sagte seine Kooperation mit den Verbänden   und   Initiativen   zu.    Hauptproblem   im   Stadtwald   ist   das

Absterben der bisherigen Hauptbaumart Kiefer und die Massenvermehrung von Neophyten, wie Spätblühende Traubenkirsche, Götterbaum, Robinie und Roteiche. Das bisherige Verfahren mit Kompletträumung der Flächen, Stockrodung, Pflügen und maschinelle Pflanzung mit exotischen Baumarten wie Libanonzeder, Baumhasel und Schwarzkiefer gefährdet die Zielsetzungen im Stadtwald. Das Zielsystem hat sich in den letzten Jahren sehr deutlich verschoben. An Stelle einer ohnehin defizitären Holzproduktion soll aus Sicht der Bürgerinitiative und der Verbände eine Zielkaskade formuliert werden, die den lokalen Klimaschutz, den Schutz des Grundwassers, die Biodiversität und die Naherholung priorisiert. Das Modell der „multifunktionalen Forstwirtschaft“ hat aufgrund der neuen Herausforderungen ausgedient.


15.07.20